Der Star ist und bleibt die Mannschaft
Quasi in "fremd-fremder" Halle wussten die Verbandsliga-Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt II zu überzeugen. In Gerwisch, wo der SV Eiche Biederitz einmalig pro Halbserie ein Heimspiel austrägt, kamen sie am Sonnabend zu einem 29:25 (15:13)-Sieg.
Gerwisch/Staßfurt l Stefan Jedlitschka hängte sich so richtig rein. "Vor allem in der Abwehr war er enorm wichtig für uns", lobte sein Trainer Uwe Illig. Denn Jedlitschka packte nicht nur selbst zu, sondern dirigierte und sprach viel mit seinen Nebenleuten - bis ihn seine dritte Zeitstrafe knapp sieben Minuten vor dem Ende zum Zuschauen verdammte. "Es war in der Folge nicht so einfach für uns, er hat gefehlt."
Doch trotz seines vorbildlichen Einsatzes war die Staßfurter Nummer zehn nur einer von vielen Säulen, die letztlich für den Auswärtserfolg verantwortlich waren. Während die Gastgeber vieles ihrem besten Werfer René Schnetter überließen, "war das von uns eine mannschaftlich sehr gute Leistung", wie ein erfreuter Trainer Illig feststellte.
Der Staßfurter Reserve fehlten mit Martin Dittmar (Krankheit), Mario Kutzer (Arbeit) und Manuel Schmidt (Verletzung) drei wichtige Akteure und so mussten eben andere in die Bresche springen. Und sie taten es. Tino Korin und Thomas Jesse überzeugten auf den Halbpositionen. Korin spielte wie gewohnt seine Stärken im Eins-gegen-Eins aus, Jesse war mit acht Treffern erfolgreichster Schütze seines Teams. Und auch als Linksaußen Andreas Stein nach drei vergebenen Chancen mal eine kurze Verschnaufpause benötigte, fügte sich Florian Panzer mustergültig ein. Kurzum: Der Star war die Mannschaft.
Nach kurzer Abtastphase warfen die Gäste eine 4:2- und 5:3-Führung heraus. Zwar kamen die "Hausherren" nach einer Auszeit zum zwischenzeitlichen 6:6, doch es sollte den Biederitzern im gesamten Spiel nur noch einmal gelingen, den Ausgleich herzustellen (10:10). Denn danach griff bei den Staßfurtern wieder ein Rädchen in das andere. Ball- sicher und mit dem genaueren Abschluss, warfen sie erst ein 13:10 (25.), dann den 15:13-Halbzeitstand heraus.
In der Pausenansprache hatte Illig folglich nur wenig Anlass zur Kritik. "Es ging nicht darum, das Spiel so hoch wie möglich zu gewinnen. Eher waren wir darauf aus, das Spiel zu gestalten."
Und so drückte die Rot-Weiss-Reserve der Partie auch in der zweiten Hälfte ihren Stempel auf. Dabei ließ sie sich auch nicht von der inzwischen auf 5-1-Deckung umgestellten Biederitzer Abwehr beeindrucken. Und scheiterten die Gäste in der Offensive, präsentierte sich Torhüter Jan Rösler hellwach. Über die Stationen 20:14 (37.) und 24:17 (43.) legte Staßfurt vor, ehe eine kurze Schwächephase und Jedlitschkas Rote Karte den SV Eiche noch einmal herankommen ließen.
Doch auch eine letzte Aufholjagd zum 27:24 aus Gästesicht wurde durch eine Auszeit rechtzeitig unterbunden. Den letztendlichen 29:25-Sieg brachte Rechtsaußen Mathias Loose per Doppelpack unter Dach und Fach.
Während die Gegenseite in Person von Trainer Uwe Werkmeister noch mit dem eigenen Schicksal haderte ("Mit so vielen Fehlern und dieser Chancenverwertung kannst du kein Spiel gewinnen."), galt der Blick bei den Rot-Weissen schon dem nächsten Heimspiel. Am kommenden Sonnabend empfangen sie ab 16.15 Uhr den Aufsteiger aus Osterburg. Bekanntlich stand nach dem Hinspiel eine ärgerliche 36:37-Niederlage. "Für uns sollte auf jeden Fall etwas drin sein. Ich denke, wir sind spielerisch besser aufgestellt. Wir müssen sehen, ob wir auch körperlich dagegenhalten können." Einer, der es definitiv hätte können, fehlte im Hinspiel noch. Doch sicher wird Tino Korin genau wie seine Teamkollegen alles daran setzen, am Sonnabend dabei sein zu können.
SV Eiche Biederitz: Schäfer - Holzgräbe (1), Blumberg, Peters (5), Schnetter (10/1), Große (3), Rabe, Bahr (2/1), Seidler (1/1), Hebestreit (1), Nowatschek, Jander (2)
HV Rot-Weiss Staßfurt II: Rösler, A. Jesse - Jedlitschka (2), Loose (4), T. Jesse (8), Stein (5), Knoll, Berger (2), Hagemeyer, Korin (2), Panzer (1), Gödde (5)
Siebenmeter: Biederitz 4/2 - HVS II 2/2; Zeitstrafen: Biederitz 6 - HVS II 5; Rot: Stefan Jedlitschka (53., 3x2 Minuten) -Staßfurt